Vorwort - Einleitung

Ein unvergleichliches Kinoerlebnis unter freiem Himmel, dazu das passende Getränk und die besten Filme der vergangenen Jahre: Das alles bietet der Kinosommer Villach auch in seiner dritten Auflage an insgesamt 19 Spieltagen. Am Programm stehen die großen Gewinner-Filme renommierter Festivals, Publikumslieblinge, europäisches Autorenkino und österreichische Filme. Als Special gibt es jeden Donnerstag einen Dokumentarfilm und jeden Dienstag einen der großen Klassiker der Filmgeschichte.

Der Kinosommer Villach lässt aber auch die fast in Vergessenheit geratene Tradition des Vorfilms wieder aufleben. In einer Kooperation mit dem K3 Film Festival (13. – 17. Dezember 2017) steht jeden Tag ein „Überraschungskurzfilm“ mit einer maximalen Länge von fünf Minuten am Programm.

Lassen Sie sich vom vielfältigen Programm inspirieren! Wir laden ein zu „großem Kino“ im Hof der Musikschule, zu vergnüglichen Abenden unter freiem Sternenhimmel!

Herzlichst

 

Fritz Hock
(im Namen des Teams des Kinosommers)

KINOSOMMER 2017
9. - 27. August 2017

WILDE MAUS

20:45 Uhr

Das Regiedebüt von Multitalent Josef Hader, für das er ebenso das Drehbuch geschrieben und die Hauptrolle übernommen hat, bedient sich grandios der geschätzten Qualitäten des österreichischen Films: tiefgründiger Humor, bei dem auch mal das Lachen im Hals stecken bleibt, gepaart mit liebevoller Melancholie. Wenn Hader ruft, dann kommen sie alle: Pia Hierzegger, Georg Friedrich und Nora von Waldstätten – der Cast vereint die derzeitige Crème de la Crème des heimischen Films. Und damit nicht genug. Für den Soundtrack sorgt unter anderem die österreichische Art-Punk Band Bilderbuch. Was soll da noch schief gehen? Alles irgendwie, denn Hader erzählt pointiert und in pechschwarzem Ton vom Wettlauf in den Wahnsinn, von neurotischen Stadtmenschen und der Liebe in Zeiten grenzenloser Freiheit.

STORY
Georg (Josef Hader) schreibt Musikkritiken für eine Wiener Zeitung, bis ihn sein Chef völlig überraschend wegrationalisiert. Seiner jüngeren Frau Johanna (Pia Hierzegger), deren Gedanken nur um ihren nächsten Eisprung und das Kinderkriegen kreisen, verheimlicht er den Rausschmiss und sinnt auf Rache. Dabei steht ihm sein ehemaliger Mitschüler Erich (Georg Friedrich) zur Seite. Nächtliche Rachefeldzüge gegen Georgs ehemaligen Chef beginnen erst als kleine Sachbeschädigungen, steigern sich dann aber zu immer größer werdendem Terror. Ehe sich Georg versieht, gerät sein bürgerliches Leben völlig aus dem Ruder... 

REGISSEUR:
Josef Hader

LAND:
Österreich 2017

LÄNGE:
102 min.

SPRACHE:
Originalversion (Deutsch)

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 12 Jahren

MIT: 
Josef Hader, Pia Hierzegger, Georg Friedrich, Nora von Waldstätten

EMBRACE – Du bist schön!

 20:45 Uhr

Medien, Werbung und Gesellschaft geben ein Körperbild vor, nach dem wir uns selbst und andere immer wieder bewerten und verurteilen. Die australische Fotografin und dreifache Mutter Taryn Brumfitt wollte das nicht mehr hinnehmen. Sie postete ein ungewöhnliches Vorher/Nachher-Foto ihres fast nackten Körpers auf Facebook und löste damit einen Begeisterungssturm aus. Durch ihren Post, der über 100 Millionen Mal in den sozialen Netzwerken angesehen wurde, rückte sie das Thema „Body Image“ in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Gleichzeitig befreite sie sich selbst von dem ungesunden Streben nach dem perfekten Körper. Mit ihrem Dokumentarfilm möchte Brumfitt allen, die unter den vermeintlichen Schönheitsidealen leiden, einen Gegenentwurf vorstellen: EMBRACE – Du bist schön!

 

STORY
Taryn Brumfitt begibt sich auf eine Reise um den Globus, um herauszufinden, warum so viele Frauen ihren Körper nicht so mögen, wie er ist. Sie trifft auf Frauen, die ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Bodyshaming und Körperwahrnehmung haben. Taryns Botschaft lautet: Liebe deinen Körper wie er ist, du hast nur den einen!

REGISSEUR:
Taryn Brumfitt

LAND:
Australien 2016

LÄNGE:
87 min.

SPRACHE:
Originalfassung (Englisch) mit deutschen Untertiteln

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 12 Jahren

MIT: 
Taryn Brumfitt, Nora Tschirner, Ricki Lake, Amande de Cadenet

T2 TRAINSPOTTING

20:45 Uhr

In Danny Boyles Fortsetzung treffen sich die Helden aus „Trainspotting“ 20 Jahre später wieder – diesmal vor dem Hintergrund der drogenlastigen Pornoindustrie. Lose basierend auf Irvine Welshs Romanen „Porno“ und „Trainspotting“ ist T2 TRAINSPOTTING irgendwie Fortsetzung und Wiederholung zugleich und weit mehr als ein halbherzig aufgewärmtes Erfolgsrezept. Ganze 21 Jahre ließ sich der Regisseur Zeit, um die Fragen zu klären, mit denen er das Publikum am Ende des ersten Teils zurückgelassen hat. Von Sex, Drugs & Rock’n’Roll kommt man jedoch nie los. Danny Boyle gelang eine wundervoll räudige Fortsetzung: laut, heftig und unerwartet weise.

 

STORY
Zuerst bot sich eine Gelegenheit, dann passierte Verrat. 20 Jahre sind inzwischen vergangen. Vieles hat sich geändert, vieles ist völlig gleich geblieben. Mark Renton kehrt zurück, an den einzigen Ort, den er jemals sein Zuhause nennen konnte. Drei Kumpel warten schon auf ihn: Spud (Ewen Bremner), Sick Boy (Johnny Lee Miller), und Begbie (Robert Carlyle). Mit ihnen auch andere alte Bekannte: Leid, Verlust, Freude, Rache, Hass, Freundschaft, Liebe, Sehnsucht, Angst, Reue, Diamorphin, Selbstzerstörung und Lebensgefahr, alle stehen Schlange, um ihn zu begrüßen,
bereit zum Tanz. 

REGISSEUR:
Danny Boyle

LAND:
Großbritannien 2017

LÄNGE:
117 min.

SPRACHE:
Original (Englisch) mit deutschen Untertiteln

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 16 Jahren

MIT: 
Ewan McGregor, Ewen Bremner, Johnny Lee Miller, Robert Carlyle

DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS

20:45 Uhr

Bud Spencer und Terence Hill sind Helden einer ganzen Generation. Abgebrüht und spitzbübisch kämpfen das kleine Schlitzohr und der mürrische Bär stets für das Gute, auch wenn ihre Figuren selbst oft zwielichtige Gestalten sind. Nach dem Erfolg und der ausverkauften Vorstellung im Vorjahr setzt es nun die nächste „Gnackwatschn“. Waren es damals noch „Vier Fäuste für ein Halleluja“ zeigen wir heuer „DIE RECHTE UND DIE LINKE HAND DES TEUFELS“. Derbe Sprüche, Speck mit Bohnen und zwei Stunden Lachsalven garantiert.

STORY
Der müde Joe (Terence Hill) ist ein vagabundierender Revolverheld, der sich mit kleineren Gaunereien über Wasser hält. Seine Schießfertigkeit hat ihm den Beinamen „die rechte Hand des Teufels“ eingebracht. In einem verschlafenen Städtchen, das von einem skrupellosen Major terrorisiert wird, trifft er auf seinen Bruder (Bud Spencer), „die linke Hand des Teufels“. Als sich der müde Joe in zwei Mormonenmädchen verliebt und diese heiraten will, beschließt er zusammen mit seinem Bruder dem Treiben des Majors Einhalt zu gebieten.

REGISSEUR:
Enzo Barboni

LAND:
Italien 1970

LÄNGE:
113 min.

SPRACHE:
deutsche Fassung

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 16 Jahren

MIT: 
Bud Spencer, Terence Hill

ELVIS & NIXON

20:45 Uhr

Im Dezember 1970 schütteln sich zwei der berühmtesten Männer ihrer Zeit im Oval Office die Hände: der King und der Präsident. Das Foto, das bei diesem Treffen entstanden ist, geht um die Welt. US-Regisseurin Liza Johnson, die im selben Jahr geboren wurde, rekonstruiert zwischen Celebrity-Comedy, Politsatire und Tragikomödie, die Umstände dieser Begegnung und die Auswirkungen, welche diese auf die beiden Männer hatte. Dass beide Figuren einen ausgeprägten Hang zur Kontroverse aufweisen, bietet ausreichend Angriffsfläche. Alleine Elvis’ Anliegen, Sonderermittler im Kampf gegen Drogen zu werden, lässt Platz für Absurdität. Besetzt sind die beiden Hauptrollen mit wahren Koryphäen ihres Faches: Kevin Spacey, der schon in der Erfolgsserie „House of Cards“ als intriganter Präsident brilliert, überzeugt in dieser Satire als Nixon und Michael Shannon als der wohl eigenwilligste Elvis Presley der Filmgeschichte. Historisch wie filmisch ein echter Gassenhauer und seit der Wahl Trumps ein umso aktuellerer Seitenhieb auf die Selbstdarstellungslust von so manchen US-Präsidenten.

STORY
Die Rock-Ikone Elvis Presley steht eines Tages an den Pforten des Weißen Hauses und verlangt ein Treffen mit dem Präsidenten. Nach anfänglichem Zögern wird es ihm gewährt und es kommt zu einer der merkwürdigsten Begegnungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der King des Rock ’n’ Roll möchte Amerika vor Hippies, Drogen und dem allgemeinen Werteverfall retten und stößt bei Richard Nixon auf Gehör. 

REGISSEUR:
Liza Johnson

LAND:
USA 2016

LÄNGE:
86 min.

SPRACHE:
Original (Englisch) mit deutschen Untertiteln

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
jugendfrei

MIT: 
Michael Shannon, Kevin Spacey, Johnny Knoxville

THE CAMERAMAN & ZERORCHESTRA (live!)

20:45 Uhr

In Kooperation mit dem Carinthischen Sommer:

THE CAMERAMAN ist ein Meisterwerk der Filmgeschichte. Als letzter einer Reihe von brillanten Arbeiten, die Keaton in den 1920er Jahren realisierte, ist dieser Film sein eigentliches ästhetisches Statement: Es geht um das Kino selbst, um das Geschichtenerzählen mit unvergesslichen, bewegten Bildern. Zerorchestra aus Italien ist ein Ensemble, das im Umfeld des Pordenone Stummfilm Festivals entstanden ist und neue Musik für Stummfilme erarbeitet. Mit THE CAMERAMAN begannen der Pianist Bruno Cesselli und seine Kollegen 1995 ihre seither andauernde erfolgreiche Zusammenarbeit.

STORY
Er träumt davon Kameramann zu sein und bedeutende Filme zu drehen bei einem der großen Filmstudios. In Wahrheit aber ist Luke Shannon, gespielt vom wunderbaren Buster Keaton, ein einfacher Straßenfotograf, der billige Portraitbildchen für zehn Pennies anbietet. Da begegnet ihm das große Glück in Gestalt von Marceline Day, die im Gewühl einer Straßenparade von der Menschenmenge neben ihn gespült wird. Doch während in einer hinreißenden Sequenz tausende Flugblätter auf sie niedersegeln, ahnt man schon, dass es noch Umwege nehmen wird mit den beiden. Eintritt für Live-Konzert und Film: € 15,-

Vorverkauf und Reservierungen nur über den Carinthischen Sommer!

REGISSEUR:
Edward Sedgwick, Buster Keaton

LAND:
USA 1928

LÄNGE:
69 min.

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
jugendfrei

MIT: 
Buster Keaton, Marceline Day, Harold Goodwin

FRANKENSTEIN JUNIOR

20:45 Uhr

Mel Brooks ist wohl der bekannteste Regisseur von filmischen Parodien: „Spaceballs“, „Robin Hood - Helden in Strumpfhosen“, u. v. a. gehören zum Besten, was Hollywood an Komödien zu bieten hat. FRANKENSTEIN JUNIOR besticht durch unerschöpflichen Einfallsreichtum sowie satirische Konsequenz. Mel Brooks selbst bezeichnet ihn als seinen besten Film. Der im Vorjahr verstorbene Gene Wilder, der auch am Drehbuch beteiligt war, läuft zu komödiantischer Bestform auf. Mehr Hommage als Verspöttelung, lehnt sich der Junior gekonnt an das Original an, ohne je eine gewisse ironische Distanz zu unterwandern. Der teils alberne, teils derbe Humor, abstruse Charaktere und überraschende Wendungen machen FRANKENSTEIN JUNIOR nicht nur zu einem Klassiker der Filmgeschichte, sondern auch zu einer zeitlosen Horrorkomödie.

STORY
Der Neurochirurg Dr. Frederick Frankenstein, der Enkel des berühmt berüchtigten Wissenschafters, der einst versuchte tote Körper durch Elektrizität wiederzubeleben, reist nach Transsylvanien, wo er auf die Aufzeichnungen seines verrückten Großvaters stoßt. Davon fasziniert, dauert es nicht lange, bis er und sein buckliger Gehilfe Igor die nötigen Leichenteile zur Weiterführung der furchterregenden Experimente besorgen…

REGISSEUR:
Mel Brooks

LAND:
USA 1974

LÄNGE:
106 min.

SPRACHE:
deutsche Fassung

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 12 Jahren

MIT: 
Gene Wilder, Madeline Kahn, Marty Feldman, Peter Boyle

EIN DORF SIEHT SCHWARZ

20:45 Uhr

Das heitere und hoffnungsvolle Porträt der schwierigen Annäherung eines dunkelhäutigen Arztes an die Bevölkerung eines französischen Dorfes wird – zumindest stellenweise – zum politischen Lehrstück. „So funktioniert populistische Politik“, warnt Regisseur Julien Rambaldi in seiner im Frankreich des Jahres 1975 spielenden Komödie den Betrachter. Zugleich erinnert er daran, dass es durchaus möglich ist, sich dem schleichenden Gift gezielter Verleumdungen und erfundener Verdächtigungen zu widersetzen. Nur erfordert das Engagement. Julien Rambaldis Blick in die 1970er Jahre kommt genau zur rechten Zeit. Die herzerfrischend und gelegentlich ein wenig spöttische Art, in der sein Film Stellung gegen Rassismus und Intoleranz bezieht, ist die perfekte Antwort an alle, die im Populismus ihr Heil suchen.

STORY
Seyolo Zantoko ist Arzt und stammt aus dem Kongo. Als er einen Job in dem kleinen Kaff Marly-Gomont nördlich von Paris angeboten bekommt, beschließt er, mit seiner Familie umzuziehen. Sie erwarten Pariser Stadtleben, treffen aber auf Dorfbewohner, die zum ersten Mal in ihrem Leben einem afrikanischen Arzt begegnen und alles tun, um den „Exoten“ das Leben schwer zu machen. Aber wer mutig seine Heimat verlassen hat und einen Neuanfang in einem fremden Land wagt, lässt sich so leicht nicht unterkriegen...

REGISSEUR:
Julien Rambaldi

LAND:
Frankreich 2016

LÄNGE:
96 min.

SPRACHE:
deutsche Fassung

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
jugendfrei

MIT: 
Marc Zinga, Aïssa Maïga, Bayron Lebli

THE HAPPY FILM

20:45 Uhr

Kann man Glück formen? Kann man aus sich selbst einen besseren Menschen machen? Zwei Fragen, denen der österreichische Star-Designer Stefan Sagmeister mit unkonventionellen Mitteln auf den Grund geht. Das auf achtzehn Monate angelegte Projekt wandelt sich in eine sieben Jahre dauernde Odyssee und zieht dabei alle vorstellbaren Katastrophen magisch an. Das Netz aus Kunst, Sex, Liebe und Tod scheint undurchdringbar. Und in dieses Geflecht mischt sich zu allem Überfluss noch sein eigenes, sein privates Leben und bringt plötzlich die „durchdesignten“ Strukturen des Projektes komplett durcheinander.

STORY
Stefan Sagmeister lebt in seiner Traumstadt New York und gestaltet sehr erfolgreich Album-Cover u. a. für die Rolling Stones, Jay-Z und die Talking Heads. Trotz seines großen Erfolges stellt er sich die Frage, ob das wirklich alles ist. Und ob es Wege gibt, sich zu einem besseren Mensch „zu gestalten“: Er entschließt sich dazu, ein Design-Projekt aus sich selbst zu machen. Dieses Vorhaben führt ihn auf eine Reise, die ihn näher zu sich selbst bringt, als jemals geplant – und ihm selbst lieb ist.

REGISSEUR:
Stefan Sagmeister, Ben Nabors, Hillman Curtis

LAND:
USA 2016

LÄNGE:
93 min.

SPRACHE:
Original (Englisch) mit deutschen Untertiteln

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 12 Jahren

MIT: 
Stefan Sagmeister, Jonathan Haid, Sheena Hankin, Ben Nabors

DER TOD VON LOUIS XIV. // La mort de Louis XIV.

20:45 Uhr

Auf ausführlichen medizinischen Berichten und den Memoiren des Herzogs von Saint-Simon basierend, stellt DER TOD VON LUDWIG XIV. ein schräges neoklassizistisches Kammerspiel dar: ein Stück reine Magie von Albert Serra, einem der gegenwärtig innovativsten Filmemacher. Ursprünglich war das Projekt als Performance geplant, bei der Serra den 70-jährigen Jean-Pierre Léaud in einen Saal des Centre Pompidou legen und so das Sterben des Königs öffentlich als performativen Langzeitakt inszenieren sollte. Durch den Wechsel zum Medium Film hat das Spektakel an Qualität und Kraft gewonnen und vermittelt eine Intimität, wie sie nur im Film darstellbar ist. Hauptdarsteller Jean-Pierre Léaud erhielt für die Verkörperung des untergehenden Sonnenkönigs 2017 einen Lumiere-Award als bester Schauspieler. Er ist Ehrenpalmen-Träger von Cannes, Truffaut-Ikone und „Nouvelle-Vague-Veteran“.

STORY
Versailles, August 1715. Zurück von der Jagd verspürt Louis XIV. Schmerzen in seinem Bein. Hohes Fieber bricht aus: Fortan muss der König von seinem Sterbebett aus regieren. Die Schar an Höflingen, Ministern und Würdenträgern, die sich um ihn sammelt, plant bereits seine Nachfolge. „L’etat c’est moi // Der Staat bin ich“ – dieses Dogma beginnt zu bröckeln und die Sonne fällt langsam vom Himmel über Versailles. 

REGISSEUR:
Albert Serra

LAND:
Frankreich/Spanien/Portugal 2016

LÄNGE:
115 min.

SPRACHE:
Original (Französisch) mit deutschen Untertiteln

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
k. A.

MIT: 
Jean-Pierre Léaud, Patrick d‘Assumçao, Marc Susini

DIE MIGRANTIGEN

20:45 Uhr

Zwischen Gemeindebau und Streetlife: Regisseur Arman T. Riahi schickt Faris Rahoma und Aleksandar Petrovi? als fantastische Hauptbesetzung durch eine aberwitzige Komödie, die der Frage nachgeht: Was macht man so als Ausländer? Erfrischend unkonventionell nähert sich der Film dem Thema Migration. Sämtliche Klischees, die man landläufig kennt, werden mit Pauken und Trompeten auf den Kopf gestellt. Schauspielerische Qualität bis hin in die kleinste Nebenrolle (Josef Hader, Dirk Stermann) sowie ein feinfühliges Drehbuch, das bei allem Gewitzel der Thematik ernst begegnet, machen diesen Film zu einem der wohl außergewöhnlichsten österreichischen Produktionen des Jahres. So besticht die wilde Komödie mit sehr viel Schmäh und einer steten Prise Wahrhaftigkeit; liebenswert vom Titel bis zur Schlusspointe.

STORY
Marko und Benny, zwei vollständig integrierte Wiener mit so genanntem „Migrationshintergrund“, werden aufgrund ihres Aussehens für eine TV-Doku-Serie angeworben. Dafür geben sich die beiden als Kleinkriminelle und abgebrühte Migranten aus. Damit ihre Lüge nicht auffliegt, bauen sie sich eine zweite Identität auf, die aus Klischees und Vorurteilen besteht. Während die beiden durch die Erfüllung dieser Erwartungshaltungen die Serie zum Erfolg bringen, setzen sie sich gleichzeitig zum ersten Mal mit den echten Integrationsschicksalen auseinander – auch mit ihren eigenen.

REGISSEUR:
Arman T. Riahi

LAND:
Österreich 2017

LÄNGE:
98 min.

SPRACHE:
Originalversion (Deutsch)

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 12 Jahren

MIT: 
Faris Rahoma, Aleksandar Petrovi?, Josef Hader, Dirk Stermann

EGON SCHIELE – TOD UND MÄDCHEN

20:30 Uhr

Regisseur Dieter Berner erzählt nicht nur den Werdegang eines der größten österreichischen Maler aller Zeiten, sondern vielmehr die bewegte Geschichte eines Getriebenen. Jungtalent Noah Saavedra mimt den exaltierten Künstler mit jener Hingabe, die Schiele für die Kunst aufbrachte. An seiner Seite Cornelius Obonya und die atemberaubende Valerie Pachner, die bereits in der Villacher Lokal-Tragik-Komödie „Bad Luck“ ihr außergewöhnliches Talent unter Beweis stellte.

STORY
Anfang des 20. Jahrhunderts ist Egon Schiele einer der provokantesten Künstler Wiens. Sein Leben und sein Werk sind geprägt von Erotik und Vergänglichkeit, seine Bilder sorgen für Skandale und bringen ihn sogar vor Gericht. Frauen sind der Zündstoff für seine Kunst, vor allem seine jüngere Schwester Gerti und seine wohl einzige große Liebe Wally Neuzil, die er in dem Gemälde „Tod und Mädchen“ verewigt. Als jedoch der Ausbruch des Ersten Weltkrieges sein künstlerisches Schaffen gefährdet, entscheidet er sich, Wally zu opfern.

REGISSEUR:
Dieter Berner

LAND:
Österreich/Luxemburg 2016

LÄNGE:
109 min.

SPRACHE:
Originalversion (Deutsch)

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 16 Jahren

MIT: 
Noah Saavedra, Maresi Riegner, Valerie Pachner, Larisse Aimée Breidbach, Marie Jung, Elisabeth Umlauft, Thomas Schubert, Daniel Sträßer

VOR DER MORGENRÖTE

20:30 Uhr

In mehreren Episoden erzählt Regisseurin Maria Schrader die bewegende Geschichte eines der eindrucksvollsten Literaten, die Österreich hervorgebracht hat: Stefan Zweig. Der ansonsten für lustige Rollen bekannte Josef Hader geht in diesem Charakter weit über sich hinaus und trifft präzise die Tiefe und die Zerrissenheit einer Person, die alles hinter sich lässt, in der Gewissheit, nie wiederzukehren. In Szene gesetzt durch atemberaubende Aufnahmen (Kameramann: Wolfgang Thaler; ursprünglich aus Kärnten) wird VOR DER MORGENRÖTE zu einer beeindruckenden Abhandlung über Richtig und Falsch, Heimat und Exil, Billigung und Verurteilung. Ein bildgewaltiger historischer Film über einen großen Künstler und über eine Zeit, in der halb Europa auf der Flucht war.

STORY
1934 befindet sich der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner literarischen Karriere. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland nur ein Jahr zuvor wird deren Einfluss auch in Österreich deutlich spürbar und so bleibt dem überzeugten Pazifisten nur das Exil. Lange Zeit lebt er in New York, dann in Brasilien, stets in bester Gesellschaft. Doch die Geschehnisse in Europa holen ihn auch am anderen Ende der Welt ein. Der große Intellektuelle muss Stellung beziehen. Während er an seiner Entwurzelung zu Grunde geht, verzweifelt er zunehmend angesichts des Wissens um den Untergang Europas, den er schon früh vorausgesehen hatte.

Ich grüße alle meine Freunde! Mögen sie die Morgenröte noch sehen,
nach der langen Nacht.“
Stefan Zweig

REGISSEUR:
Maria Schrader

LAND:
Österreich/Deutschland/Frankreich 2016

LÄNGE:
106 min.

SPRACHE:
Originalversion (Deutsch)

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 12 Jahren

MIT: 
Josef Hader, Barbara Sukowa, Tómas Lemarquis, Nahuel Pérez Biscayart

MODERN TIMES

20:30 Uhr

Bereits der Titel ist wegweisend, markiert der Film doch einen Wendepunkt in Charlie Chaplins künstlerischem Schaffen: Es sollte sein letzter Stummfilm sein und gleichzeitig setzt er erstmals dramaturgische Tonelemente ein. Was wie ein Widerspruch klingt, ist Beweis für Chaplins cineastisches Talent. Gekonnt setzt er den Ton als Stilmittel ein, um seiner Kritik an der Gehetztheit und der stetig wachsenden Geschwindigkeit, bedingt durch den technischen Fortschritt, Ausdruck zu verleihen. Zeitlos ist die Geschichte des Fabrikarbeiters, der am Fließband die Entfremdung der Arbeitsbedingungen am eignen Leib erfährt. Und so ist Chaplins Werk – auch achtzig Jahre später – immer noch frappierend aktuell.

STORY
Der Tramp Charly arbeitet an einem Fließband in einer großen Fabrik. Der stetige technische Fortschritt macht ihn verrückt. Nach einem Aufenthalt im Irrenhaus landet er auf der Straße. Von da an stolpert er von einem Missgeschick ins andere, wird inhaftiert und wieder auf freien Fuß gesetzt, bis er beschließt, ein Landstreicher zu sein und mit seiner großen Liebe aus der Großstadt zu flüchten.

REGISSEUR:
Charlie Chaplin

LAND:
USA 1936

LÄNGE:
87 min.

SPRACHE:
Original (Englisch) mit deutschen Untertiteln

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 6 Jahren

MIT: 
Charlie Chaplin, Paulette Goddard, Henry Bergman, Tiny Sandford

MOONLIGHT

20:30 Uhr

Regisseur Barry Jenkins hat mit dieser einfühlsamen Coming-of-Age-Geschichte ein einzigartiges Stück Kino geschaffen. Persönliche Augenblicke, prägende Begegnungen und der lange nachhallende Schmerz der ersten Liebe halten ein Plädoyer für Mitgefühl und Empathie. Diese universelle Geschichte über Liebe und Vergebung lehrt uns: „Kino hat die Kraft, Grenzen zu überwinden und uns zu zeigen, was uns alle zu Menschen macht“, so Jenkins. Mit einer endlosen Liste von Auszeichnungen – darunter drei Oscars™ 2017 (u. a. bester Film) und einem Golden Globe™ – ist MOONLIGHT einer der meist umjubelten Filme des Jahres.

STORY
Der junge Chiron wächst in Miami fernab jeglichen Glamours auf. Der Film begleitet entscheidende und bewegende Momente in Chirons Leben von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in denen er sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt kämpft, seine große Liebe findet und wieder verliert.

REGISSEUR:
Barry Jenkins

LAND:
USA 2016

LÄNGE:
111 min.

SPRACHE:
Original (Englisch) mit deutschen Untertiteln

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 10 Jahren

MIT: 
Alex Hibbert, Mahershala Ali, Shariff Earp Azu, Janelle Monáe, Naomie Harris

BAUER UNSER

20:30 Uhr

Die Nahrungsmittelproduktion ist ein wesentlicher Faktor im Zusammenhang mit dem Klimaschutz. Der Konsum regionaler Produkte macht aber nicht nur aus diesem Grund Sinn. Die Stadt Villach als Klimabündnis-Mitglied, e5-Gemeinde und Fairtrade-Stadt lädt zu einem Filmabend, der Lust machen soll Produkte wieder beim „Bauer um’s Eck“ zu kaufen und bewusst regional zu genießen.

Der Eintritt ist kostenlos.
Verkostung von regionalen Produkten.

STORY
So vielfältig die Bauern, vom Biobauern bis zum konventionellen Agraringenieur, so einhellig der Tenor: So wird es nicht weitergehen, es läuft etwas falsch. Das Mantra der Industrie „schneller, billiger, mehr“ stellen die meisten von ihnen in Frage. Trotzdem kapitulieren Wirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie und ihren wahnwitzigen Vorgaben. Doch es sind Landwirte wie der Gemüsebauer und Rinderzüchter Simon Vetter, die stolz darauf sind, ein Bauer zu sein, der seine Kunden kennt und welcher der wachsenden Entfremdung entgegenwirken kann.

REGISSEUR:
Robert Schabus

LAND:
Österreich/Belgien/Frankreich 2016

LÄNGE:
92 min.

SPRACHE:
Originalversion (Deutsch)

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 12 Jahren

MIT: 
José Bové, Friedrich Grojer, Ewald Grünzweil, Simon Vetter

DIE ÜBERGLÜCKLICHEN // La pazza gioia

20:30 Uhr

Vom Irrenhaus in die saftig grünen Hügel der Toskana: Paolo Virzì schickt in seinem Italo-Road-Movie zwei Frauen zur hemmungslosen Selbsttherapie. Die beiden Hauptdarstellerinnen Valeria Bruni Tedeschi und Michaela Ramazotti sind nicht nur ein traumhaft wildes Filmduo, sondern verleihen ihren chaotischen Figuren ein ebenso glaubhaftes wie anarchisches Profil. So gelingt es Regisseur Paolo Virzì und den Akteuerinnen in jeder Sekunde dieses Films so viel Lebensfreude zu versprühen, dass man unbedingt verrückt werden möchte. Ein großartig gewitztes Zeitbild italienischer Gegenwart und das Porträt einer bezwingend starken Frauenfreundschaft.

STORY
Die adelige Beatrice und die junge Donatella befinden sich in der Villa Biondi in psychologischer Betreuung. Während der Gartenarbeit ergibt sich eine seltene Gelegenheit und die beiden brechen aus ihrem goldenen Käfig aus. Mit einer großen Portion Gerissenheit streifen sie vorerst unbekümmert durch die Toskana, auf der Suche nach Glück und Lebensfreude. Doch vor ihren Problemen können sie nicht davonlaufen. So müssen sich beide mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontieren.

REGISSEUR:
Paolo Virzì

LAND:
Italien/Frankreich 2016

LÄNGE:
116 min.

SPRACHE:
Original (Italienisch) mit deutschen Untertiteln

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 6 Jahren

MIT: 
Valeria Bruni Tedeschi, Micaela Ramazzotti, Valentina Carnelutti, Tommaso Ragno

TONI ERDMANN

20:30 Uhr

Maren Ade inszeniert einen Generationenkonflikt, der zugleich Zeitkritik ist. Schon in ihrem letzten Film „Alle anderen“ hat sie bewiesen, dass sie eine Meisterin ist, zwischenmenschliche Reibungspunkte auf leichte und unkomplizierte Art zu verhandeln. TONI ERDMANN thematisiert das Verhältnis zweier Generationen zueinander, die wortwörtlich Welten trennen. Burgschauspieler Peter Simonischek überrascht und glänzt in der Rolle des kauzigen Vaters, dem kein Scherz zu blöd ist. Er ebnete mit seiner Darstellung den Weg zum triumphalen Erfolg des Films. Neben der Oscar™-Nominierung 2017 als Bester fremdsprachiger Film räumte TONI ERDMANN nahezu alle Preise ab, die es zu gewinnen gab, die Kritik überschlug sich mit Lob. Der „Film des Jahres 2015“ ist immer wieder sehenswert.

STORY
Winfried (Peter Simonischek), ein gefühlvoller Musiklehrer der 1968er-Generation, beschließt seine Tochter Ines (Sandra Hüller) in Rumänien zu besuchen. Sie ist dort Unternehmensberaterin und erklimmt die Karriereleiter mit beeindruckender Geschwindigkeit. Seine Albernheiten und die Kritik am Lebensstil der Tochter lassen bald schon die Fetzen fliegen. Daraufhin verwandelt sich der Vater kurzerhand in sein Alter Ego Toni Erdmann, hinter dem er noch mutiger und übertriebener zu blödeln vermag. Je heftiger ihre Meinungsverschiedenheiten ausarten, desto näher kommen sich Vater und Tochter.

REGISSEUR:
Maren Ade

LAND:
Deutschland/Österreich 2016

LÄNGE:
162 min.

SPRACHE:
Originalversion (Deutsch)

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 12 Jahren

MIT: 
Peter Simonischek, Sandra Hüller, Michael Wittenborn, Hadewych Minis

BORN TO BE BLUE

20:30 Uhr

Regisseur Robert Budreau widmet sich einer eindrucksvollen Comeback-Story und einer Liebeserklärung an einen der begnadetsten Musiker der Welt. Als Jazz-Ikone Chet Baker liefert Ethan Hawke (Oscar-nominiert für „Training Day“ und „Boyhood“) einen selbst verlorenen, verantwortungslosen Kindskopf – eine schauspielerische Leistung, die zu der besten seiner Karriere gehört. Als jene Frau, die Chet Baker wieder zur Höchstform inspiriert, brilliert die britische Schauspielerin Carmen Ejogo. Dieser Wechsel aus Selbstzerstörung und der aufbauenden Kraft der Liebe ergibt ein Spiel voller Improvisation und trübsinniger Lebensfreude - wie auch der Jazz, der Bakers Fluch und zugleich Segen war.

STORY
Es ist ein Wendepunkt im Leben des legendären Jazz-Trompeters Chet Baker. Nach einem kometenhaften Aufstieg in den 1950er Jahren, gefeiert als der „James Dean of Jazz“ und „King of Cool“, war Baker schon zehn Jahre später am Ende. Zerrissen durch seine inneren Dämonen und die Exzesse des Musikerlebens, begegnet er einer Frau (Carmen Ejogo), mit der wieder alles möglich scheint. Angefeuert von seiner neuen Leidenschaft und ihrem bedingungslosen Glauben an ihn, kämpft sich Baker wieder zurück und produziert so einige der unvergesslichsten Musikaufnahmen seiner Karriere.

REGISSEUR:
Robert Budreau

LAND:
Kanada/Großbritannien 2015

LÄNGE:
97 min.

SPRACHE:
Original (Englisch) mit deutschen Untertiteln

ALTERSBESCHRÄNKUNG:
ab 12 Jahren

MIT: 
Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Callum Keith Rennie